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title: "Wie anonym ist eine kununu-Bewertung wirklich?"
date: "2026-07-28"
author: "Leon"
categories: ["How To","Bewertungsplattformen"]
url: "https://blog.reviewforest.org/de/wie-anonym-ist-eine-kununu-bewertung"
language: "de"
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Wenn ein Unternehmen bei uns einen Bewertungswald für kununu anlegt und dann kaum Bewertungen dazukommen, liegt das selten am Baum. Drei Sätze hören wir dabei immer wieder: "Erkennt mein Arbeitgeber, dass ich das war?", "Warum soll ich mein Gehalt angeben?" und "Ich will mir dafür kein Konto anlegen."

Der erste Satz ist der wichtigste, und er verdient eine ehrliche Antwort statt einer Beruhigungspille.

Damit klar ist, wer hier richtig ist: Willst du bewerten, ohne dass dein Arbeitgeber dich erkennt, lies weiter. Willst du als Unternehmen wissen, ob sich herausfinden lässt, wer über dich geschrieben hat, ebenfalls. Es ist dieselbe Antwort, sie fällt für beide nur anders aus.

## Die kurze Antwort

Ja, kununu ist anonym, aber nicht auf die Art, die die meisten meinen.

Was die Plattform von dir hat, ist eine E-Mail-Adresse. Der Hilfeartikel [Bin ich bei kununu wirklich anonym?](https://support.kununu.com/hc/de/articles/5259885112849-Bin-ich-bei-kununu-wirklich-anonym) sagt: "Für die Abgabe einer Bewertung ist lediglich die Angabe einer E-Mail-Adresse notwendig", und die werde nicht online angezeigt. Ziffer 8.4 der [kununu-AGB](https://www.kununu.com/de/info/agb) ergänzt trocken, kununu leiste "keine Gewähr für die tatsächliche Identität" seiner Nutzer. Den Klarnamen kennt die Plattform im Normalfall nicht, also kann sie ihn auch nicht herausgeben.

Derselbe Artikel nennt eine Bedingung, die gern überlesen wird: Daten gehen nicht an Dritte, "sofern es nicht (...) eine gesetzliche, richterliche oder behördlich angeordnete Verpflichtung hierfür gibt". "Absolut anonym" heißt also: absolut, solange kein Gericht etwas anderes anordnet.

Wichtiger ist dieser Satz: **Die Anonymität hält, solange bewertet und nicht behauptet wird.** In den [kununu-Richtlinien](https://support.kununu.com/hc/de/articles/5259820521489-Die-kununu-Richtlinien) steht als Beispiel einer Meinung "Ich finde, dass ich zu wenig verdiene", als Beispiel einer Tatsache "Ich verdiene unter dem gesetzlichen Mindestlohn". Merk dir das zweite. Genau darüber hat 2026 ein Oberlandesgericht entschieden, gegen die Anonymität.

![Gegenüberstellung von Meinung und Tatsachenbehauptung: Ich finde, dass ich zu wenig verdiene, gegen Ich verdiene unter dem gesetzlichen Mindestlohn](../../../assets/images/posts/how-anonymous-is-a-kununu-review_meinung-tatsache-de.jpg)

Das Risiko, das in der Praxis häufiger zuschlägt, hat mit Gerichten nichts zu tun: Die meisten Leute enttarnen sich selbst, über Details im eigenen Text.

## Was du selbst in der Hand hast

1. **Lass die optionalen Felder leer.** Nur Position, Abteilung, Geschlecht und Benefits tragen im Formular die Kennzeichnung "Optional", und genau die tragen am meisten zur Identifizierbarkeit bei. Der Jobstatus ist dagegen Pflicht und lässt sich nicht leer lassen, ebenso Firma, Weiterempfehlungsfrage und Sterne-Kategorien. (Der Hilfeartikel zur Anonymität nennt beides freiwillig. Für den Jobstatus stimmt das nicht.)
2. **Schreib keine Details, die nur wenige kennen.** Kein Projektname, kein Datum, kein Vorfall, an dem drei Leute beteiligt waren. Beschreib Muster statt Episoden.
3. **Formuliere Meinungen, keine überprüfbaren Behauptungen.** kununus Infografik [Was sind Tatsachenbehauptungen?](https://support.kununu.com/hc/de/articles/11569028458257-Was-sind-Tatsachenbehauptungen) stellt gegenüber: "Man wird erpresst" ist eine Tatsachenbehauptung, "Ich fühle mich unter Druck gesetzt" eine Meinung. Und der Teil, der oft überrascht: Der Zusatz "Meiner Meinung nach" macht aus einer Tatsachenbehauptung keine Meinung.
4. **Denk an den Zeitpunkt.** Eine Bewertung, die drei Tage nach einer Kündigung erscheint, ordnet sich von selbst zu. Ein paar Wochen Abstand kosten nichts.
5. **Nutz eine private E-Mail-Adresse.** Sie landet bei kununu, nicht auf dem Profil. Eine Firmenadresse dafür zu benutzen ist trotzdem keine gute Idee.
6. **Das Gehalt ist ein eigenes Formular.** Über den normalen Weg kommen drei gebündelte Formulare, Bewertung, Gehalt und Kultur, das Gehalt ist Schritt 2 von 3. Rufst du das Bewertungsformular einzeln auf, ist es Schritt 1 von 1 und die Gehaltsfrage entfällt. Laut [Sind Gehaltsangaben anonym?](https://support.kununu.com/hc/de/articles/5139740909201-Sind-Gehaltsangaben-anonym) zeigt kununu Gehaltsbänder ohnehin erst ab zwei Angaben zur selben Jobrolle und verschleiert die Bandgrenzen, damit sich einzelne Werte nicht herausrechnen lassen.

Das deckt sich mit dem, was kununu selbst empfiehlt. Der Artikel zum [Umgang mit Drohungen des Arbeitgebers](https://support.kununu.com/hc/de/articles/37494421667985-Wie-gehe-ich-mit-Drohungen-meines-Arbeitgebers-um) rät, freiwillige Angaben wegzulassen, namentlich genaue Position, Abteilung und konkrete Zeiträume, und subjektiv zu formulieren: "Ich finde" statt "Das Unternehmen macht".

## Warum der Kontext gefährlicher ist als der Name

In einem Unternehmen mit 400 Leuten ist "Abteilung: Buchhaltung, Position: Sachbearbeitung, Ex-Job" völlig harmlos. In einem Team mit zwölf Leuten, in dem genau eine Person im letzten Quartal gegangen ist, ist dieselbe Angabe faktisch eine Unterschrift.

![Anonyme Bewertung mit den Angaben Buchhaltung, Ex-Job, Teilzeit und Q3, deren Kombination auf eine einzelne Person im Team zeigt](../../../assets/images/posts/how-anonymous-is-a-kununu-review_kontext-de.jpg)

Wie weit das trägt, zeigt das Urteil des OLG Hamburg vom 16.12.2025 (Az. [7 U 33/25](https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=OLG+Hamburg&Datum=16.12.2025&Aktenzeichen=7+U+33/25)), ergangen im Hauptsacheverfahren und nicht im Eilverfahren. Vier Bewertungen standen zur Debatte, und das Gericht entschied gespalten: Bei zweien reichten die Angaben dem Arbeitgeber nicht, um den Beschäftigungskontakt zu prüfen, sie mussten gelöscht werden. Bei den anderen beiden reichten sie. Der Senat zählt auf, was sich zusammensetzen ließ: ein Beschäftigungszeitraum noch zu D-Mark-Zeiten, der Status als geringfügig Beschäftigter, mehrere Wechsel des Tätigkeitsbereichs, Beschreibungen der Räumlichkeiten, Fußzeilendaten auf einem Kündigungsschreiben, und die Erwähnung eines restaurierten Mazda RX-7. Bei rund 15 Beschäftigten ergeben solche Puzzleteile einen Fingerabdruck. Die Revision wurde nicht zugelassen.

Die Konsequenz ist unbequem. Es waren die vielen Details, die diese Bewertungen vor der Löschung gerettet haben. Dieselben Details machen den Verfasser für einen aufmerksamen Arbeitgeber erkennbar.

kununu zieht daraus einen anderen Schluss als wir. Im Artikel [Kann ich verklagt werden?](https://support.kununu.com/hc/de/articles/37494888379025-Kann-ich-verklagt-werden) heißt es für den Fall, dass ein Gerichtsschreiben eintrifft: "Hier gilt, mehr ist mehr: Je umfangreicher deine Informationen sind, desto wahrscheinlicher ist es, dass wir deine zulässige Bewertung vor Gericht verteidigen können." Für die Verteidigung stimmt das, für die Anonymität gilt das Gegenteil. Wer beides will, hält Details aus der öffentlichen Bewertung heraus und hebt sie für den Ernstfall auf, in dem nur kununu sie zu sehen bekommt.

## Wenn der Arbeitgeber die Bewertung anzweifelt

Diesen Teil kennen die wenigsten, dabei entscheidet er, was die Anonymität wert ist.

Arbeitgeber können Bewertungen melden. Ist die Meldung begründet, zählt laut [kununu-Prüfprozess](https://inside.kununu.com/kununu-pruefprozess/) die Reihenfolge: "Bis die Bewertung angepasst, Tätigkeitsnachweise oder Nachweise über die Behauptungen erbracht wurden, wird die Bewertung vorübergehend offline genommen." Erst offline, dann wird der Verfasser kontaktiert.

Verlangt wird ein [Tätigkeitsnachweis](https://support.kununu.com/hc/de/articles/5259961960977-Warum-fragt-kununu-nach-einem-T%C3%A4tigkeits-Bewerbungsnachweis-oder-anderen-Dokumenten), und kununu akzeptiert dafür "ausschließlich offizielle Dokumente": Arbeitsvertrag, Arbeitszeugnis, Lohnabrechnung oder Lohnsteuerbescheinigung, jeweils mit Klarname, Firma und Standort. In Einzelfällen zusätzlich ein Lichtbildausweis.

Was danach passiert, formuliert kununu auffällig genau: Der Nachweis wird intern geprüft und "niemals ungeschwärzt" an das ehemalige Unternehmen weitergegeben. Also nicht "niemals", sondern "niemals ungeschwärzt". Auf Grundlage des BGH-Urteils vom 01.03.2016 (Az. [VI ZR 34/15](https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VI%20ZR%2034/15)) kann das Unternehmen einen anonymisierten Nachweis anfordern, der nur Dokumentart und Firma enthält.

Du identifizierst dich im Streitfall also gegenüber kununu, nicht gegenüber dem Arbeitgeber. Und es geht zurück: Unter [Meine Bewertung ist offline](https://support.kununu.com/hc/de/articles/24228245233553-Meine-Bewertung-ist-offline-Was-kann-ich-tun) listet kununu die Wege auf, Nachweis nachreichen, Bewertung anpassen, Aussagen belegen oder Beschwerdestelle. Frist: sechs Monate.

<details>
<summary>Die Rechtslage im Detail, mit Paragraphen und Aktenzeichen</summary>

Im Februar 2024 ging eine Schlagzeile durch die HR-Presse: kununu müsse Klarnamen herausgeben. Wer heute danach sucht, landet auf Kanzleiseiten, die diesen Stand als geltendes Recht verkaufen. Er ist überholt. Die Chronologie:

- **08.01.2024, LG Hamburg (324 O 559/23):** Antrag eines Arbeitgebers zurückgewiesen.
- **08.02.2024, OLG Hamburg ([7 W 11/24](https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=OLG%20Hamburg&Datum=08.02.2024&Aktenzeichen=7%20W%2011/24)):** Auf die Beschwerde hin anders entschieden. Wichtig: Der Tenor ordnete keine Namensherausgabe an, er untersagte die Verbreitung zweier konkreter Bewertungen. "Klarnamen nennen oder löschen" stammt aus der Begründung und der Berichterstattung darüber. Verlangt wurde, den Verfasser so weit zu individualisieren, dass der Arbeitgeber den Beschäftigungskontakt prüfen kann. (Teile der Fachpresse datieren auf den 09.02., die Rechtsprechungsdatenbanken auf den 08.02.)
- **26.04.2024, LG Hamburg ([324 O 559/23](https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=LG%20Hamburg&Datum=26.04.2024&Aktenzeichen=324%20O%20559/23)):** Die Verfügung wird aufgehoben, der Antrag zurückgewiesen. Die Berufung läuft unter Az. 7 U 31/24 und ist bis heute nicht entschieden. Die meisten Artikel zum Thema enden vor diesem Datum.
- **17.12.2024, [OLG Dresden (4 U 744/24)](https://www.wbs.legal/wettbewerbsrecht/urteil-zu-bewertung-des-arbeitgebers-kununu-muss-bewerter-nicht-preisgeben-81461/):** kununu muss die Identität nicht preisgeben, wenn das Portal den Bewerter kontaktiert, anonymisierte Unterlagen einholt und das Ergebnis meldet.
- **11.03.2025, BGH ([VI ZB 79/23](https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=11.03.2025&Aktenzeichen=VI+ZB+79%2F23)), zu einer Arbeitgeberbewertungsplattform:** Eine Auskunft über Bestandsdaten nach [§ 21 TDDDG](https://www.gesetze-im-internet.de/ttdsg/__21.html) setzt eine gerichtliche Anordnung voraus und Inhalte, die einen der dort aufgezählten Straftatbestände erfüllen (§§ 185 bis 187 StGB). Werturteile reichen dafür nicht, im Zweifel gilt die Meinungsfreiheit. Auskunft abgelehnt.
- **16.06.2025, [OLG Bamberg (6 W 6/25 e)](https://www.beck-aktuell.de/heute-im-recht/rechtsprechung/olg-bamberg-6w625e-bewertungsportale-arbeitgeber-auskunft-tdddg-2025-07-03):** Bestätigt die Linie, der Anspruch erfasst nur Bestandsdaten. IP-Adressen sind Nutzungsdaten und fallen nicht darunter.
- **31.03.2026, OLG Zweibrücken (4 W 4/26):** Ausnahmsweise andersherum. Der Bewertende hatte unter "Gehalt/Sozialleistungen" behauptet, es werde unter dem gesetzlichen Mindestlohn gezahlt. Keine Stimmungsbeschreibung, sondern eine nachrechenbare Behauptung über einen Rechtsverstoß, also Tatsachenbehauptung nach § 186 StGB. Bei weichen Rubriken wie Arbeitsatmosphäre liegt es laut Gericht anders. ([Pressemitteilung des Justizministeriums Rheinland-Pfalz](https://justiz.rlp.de/aktuelles/detail/plattformbetreiber-muss-nutzerdaten-herausgeben))

Zur Zitierweise: Aus § 19 Abs. 2 TTDSG wurde mit dem Digitale-Dienste-Gesetz vom 06.05.2024 (in Kraft seit 14.05.2024) [§ 19 Abs. 2 TDDDG](https://www.gesetze-im-internet.de/ttdsg/__19.html). Die Pflicht, anonyme Nutzung zu ermöglichen, ist unverändert.

Praktisch heißt das: Eine kritische, aber wahre Bewertung ist kein Weg zu deiner Identität. Eine unwahre Tatsachenbehauptung mit strafrechtlicher Relevanz kann einer sein, über ein Gericht und mit Monaten Dauer.

Zwei Dinge noch, die in die Ehrlichkeit gehören. kununu hat sich seit Februar 2024 öffentlich weder zur Aufhebung noch zur laufenden Berufung geäußert. Und wir haben keinen veröffentlichten deutschen Fall gefunden, in dem jemand wegen einer kununu-Bewertung gekündigt oder abgemahnt wurde. Kein Beweis, dass es nie passiert ist: Arbeitsgerichtliche Urteile erster Instanz werden meist nicht veröffentlicht. Berichtet wurde bisher keiner.

Das hier ist keine Rechtsberatung, sondern eine Zusammenfassung öffentlicher Quellen. Im Zweifel frag jemanden mit Zulassung.

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## Für Arbeitgeber: die Regeln bei Bewertungsaufrufen

kununu ist hier ungewöhnlich konkret. Die [kununu-Richtlinien](https://support.kununu.com/hc/de/articles/5259820521489-Die-kununu-Richtlinien) ziehen unter "Faire und neutrale Bewertungsaufrufe" eine saubere Trennung, die AGB Ziffer 7.1 wiederholt sie.

Erlaubt ist das Einladen von Mitarbeitern und Bewerbern, "auf freiwilliger Basis eine Bewertung abzugeben", ausdrücklich auch im Firmenmeeting, per Newsletter oder im Intranet.

Nicht erlaubt ist:

- Bezahlen für Bewertungen
- Vorteile anbieten, wenn dadurch die Anonymität aufgehoben wird (kununus eigenes Beispiel: Gutscheine dafür, dass jemand die Überschrift seiner Bewertung preisgibt)
- den Inhalt oder Score beeinflussen, etwa um eine positive Bewertung bitten
- gezielt einzelne Personen oder Gruppen ansprechen, etwa nur eine Abteilung oder Leute nach einer Gehaltserhöhung
- Druck ausüben, Bewertungen zu schreiben, zu ändern oder zu löschen

Die Sanktion ist öffentlich: Bei Anhaltspunkten für systematische Verstöße blendet kununu einen [Warnhinweis](https://inside.kununu.com/kununu-richtlinien/#so-gehen-wir-vor) auf dem Profil ein, auch wenn ein Unternehmen auffällig viele Bewertungen meldet. Wer jede kritische Stimme beanstandet, bekommt einen Hinweis ins Profil, den jeder Bewerber liest.

Praktisch bringt das hier mehr als jede Kampagne:

- **Frag alle, nicht eine Auswahl.** Das ist die kununu-Regel und gleichzeitig die einzige Variante, bei der die Antwort etwas wert ist.
- **Führ keine Liste, wer bewertet hat.** Sobald im Team der Verdacht entsteht, dass mitgezählt wird, ist die Anonymität praktisch weg, egal was kununu tut.
- **Antworte auf die Bewertungen, die du hast.** Eine Auswertung von 3,4 Millionen kununu-Bewertungen, die [Employer Telling im Februar 2025 veröffentlicht hat](https://arbeitgeberportal.kununu.com/blog/arbeitgeberkommunikation-studie-1/), kam auf 90,3 Prozent unbeantwortete Bewertungen. Wer antwortet, fällt auf.

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<summary>Der arbeitsrechtliche Rahmen</summary>

Eine Bewertung lässt sich nicht anordnen. Das Weisungsrecht nach [§ 106 GewO](https://www.gesetze-im-internet.de/gewo/__106.html) erfasst "Inhalt, Ort und Zeit der Arbeitsleistung", eine öffentliche persönliche Meinung gehört nicht dazu. Art. 5 Abs. 1 GG schützt auch das Recht, eine Meinung nicht zu äußern. Und wer Beschäftigte für eine kritische Bewertung benachteiligt, bewegt sich in Richtung [§ 612a BGB](https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__612a.html).

Wenn es einen Betriebsrat gibt, hol ihn früh dazu. Eine Rechtsprechung speziell zu Bewertungsaufrufen kennen wir nicht, das ist also eine Analogie: Mitbestimmung nach § 87 Abs. 1 Nr. 1 BetrVG kann auch bei Regeln greifen, die ausdrücklich unverbindlich sind.

Zur Meinungsfreiheit: Das Bundesarbeitsgericht entschied am 05.12.2019 (Az. [2 AZR 240/19](https://www.bundesarbeitsgericht.de/entscheidung/2-azr-240-19/)), Schmähkritik liege nur vor, wenn allein die Diffamierung der Person im Vordergrund steht. Scharf, überspitzt oder polemisch reicht dafür nicht. Der Fall ging nicht um eine Bewertungsplattform, die Maßstäbe gelten aber genauso.


Zu Anreizen gibt es eine Grauzone. Das OLG Frankfurt am Main entschied am 20.06.2024 (Az. 6 U 128/23), es sei irreführend, die Teilnahme an einem Gewinnspiel an eine Bewertung zu koppeln und danach mit diesen Bewertungen zu werben. Der Fall betraf Produktbewertungen von Verbrauchern, und ob sich das auf Arbeitgeberbewertungen übertragen lässt, ist unseres Wissens nicht geklärt. Vorsichtige Lesart: Alles, was die Bewertung an eine Gegenleistung für den einzelnen Bewerter knüpft, ist heikel.

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## Wo wir dabei stehen

Wir bauen Bewertungswälder, auch für kununu, und pflanzen für jede neue Bewertung einen echten Baum. Deshalb offengelegt, was wir sehen: Bewertungstext, Sterne, Datum und die Rollenbezeichnung, die kununu ausgibt. Keine E-Mail-Adresse, keinen Namen, keine IP-Adresse. Wir bekommen diese Daten schlicht nicht. Das Baumzertifikat trägt deshalb auch keinen Namen, sondern meistens schlicht "Employee". Niemand muss sich zu erkennen geben, damit ein Baum entsteht, und es hängt kein persönlicher Vorteil an einer einzelnen Bewertung.

Was ein Baum nicht kann: eine gedrückte Stimmung reparieren. Wenn im Team wenig Lust auf Lob herrscht, steigt auch die Bewertungsquote nicht. Bewertungen folgen der Realität, nicht umgekehrt. Der Baum senkt die Hürde für Leute, die ohnehin etwas sagen wollen und es bisher nur nicht getan haben.